Integration

"Der Weg, auf dem die Schwachen sich stärken, ist der gleiche, als der, auf dem die Starken sich vervollkommnen."

Integration
Jeder Mensch hat das Recht, innerhalb seiner Gemeinschaft alle seine Fähigkeiten so entwickeln zu können, dass es ihm auch später möglich ist, integriert und nicht am Rande dieser Gesellschaft zu leben.
 
Ziel der Integration ist es, dass alle Kinder gemeinsam aufwachsen können. Sie sollen zum Beispiel nicht wegen einer Behinderung gezwungen sein, ihren alltäglichen Lebensraum zu verlassen. Für uns bedeutet "Normalität" gemeinsames Spielen und Lernen von behinderten und nichtbehinderten Kindern.

Die dabei gemachten Erfahrungen bringen eine Veränderung der Einschätzung von Behinderung. Daraus resultiert die persönliche Selbsteinschätzung mit den eigenen Stärken und Schwächen. Die Integration schafft den Raum, in dem das einzelne Kind Entwicklungsschritte in seinem Rhythmus machen kann. Viele neue positive Erfahrungen tragen dazu bei, das Kind nicht zu früh in eine bestimmte Richtung festzulegen. Durch das gemeinsame Leben wird die Aufmerksamkeit füreinander geweckt, das Einfühlungsvermögen vertieft, Akzeptanz und Toleranz aufgebaut.

Wir sind davon überzeugt, dass ein tolerantes Zusammenleben von behinderten und nichtbehinderten Menschen in unserer Gesellschaft eine Bereicherung für alle ist.

Rahmenbedingungen für die Integration
Seit März 1998 ist unser Haus als Integrationskindergarten anerkannt, nach dem Konzept von Maria Montessori verteilen wir die Integrationskinder auf die drei Gruppen unseres Hauses. Nach unseren Erfahrungen hat sich sowohl die Einzelförderung als auch die Kleinstgruppenförderung als wichtige Integrationsmöglichkeit bewährt. Für die gute Entwicklung der Kinder ist uns die enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, Erzieherinnen, heilpädagogischer Fachkraft und weiteren Förderinstitutionen besonders wichtig.

Möglichkeiten und Grenzen der Integration
Wir gehen auf der Grundlage unseres Konzeptes davon aus, prinzipiell jedem Kind die Integration zu ermöglichen. Es sind grundsätzlich keine Behinderungsarten von der Aufnahme ausgeschlossen. Kinder mit geistigen und körperlichen Behinderungen, Verhaltensstörungen, Sinnes-, Sprach- bzw. Sprechbehinderungen sowie mit allgemeiner Entwicklungsverzögerung (z.B.  bei Frühgeborenen) können in der Gruppe therapeutisch gefördert werden.

Die Gruppenstruktur und die Bedürfnisse des einzelnen Integrationskindes müssen entsprechend aufeinander abgestimmt werden, um den optimalen Entwicklungsrahmen für das einzelne Kind und die Gruppe an sich zu gewährleisten.

Die Aufnahme eines behinderten oder von Behinderung bedrohten Kindes ist dann abzulehnen, wenn es in einer entsprechenden Sondereinrichtung besser gefördert werden könnte. Über die Aufnahme entscheidet das Kindergartenteam in Zusammenarbeit mit anderen beteiligten Fachdiensten.