Materialien

Als Hilfe zum Leben ist auch der Aufbau und die Struktur der von Maria Montessori entwickelten Arbeitsmaterialien zu sehen.

Diese beginnen mit den Übungen des praktischen Lebens. Mit diesen Übungen erhält das Kind die Möglichkeit, sich in seiner Sorge um die eigene Person zu entwickeln. Dies tut es zum Beispiel beim Hände waschen, Schleife binden, löffeln, schütten, etc. Jede Arbeit ist auf eine Tätigkeit begrenzt und beinhaltet die eigene Fehlerkontrolle.

 

Der nächste Arbeitsbereich umfasst die Materialien zur Förderung  der Sinne. Das Sinnesmaterial weckt den Geist und öffnet die Sinne. Das wesentliche Merkmal dieses Materials ist die Isolierung der Sinne, wie zum Beispiel riechen und tasten, und die Wahrnehmung der Eigenschaften der Dinge, wie zum Beispiel dick, dünn, groß, klein, schwer, leicht, etc.

 

Das Sprachmaterial dient der Wortschatzerweiterung. Durch Vorlesen, Erzählen, Zuhören und die Arbeit mit dem Sprachmaterial wird das Kind zum Sprechen ermuntert. So wird mit der Zeit aus einem passiven ein aktiver Wortschatz, den das Kind sinngemäß anwenden kann.

 

Die Grunderfahrung der Mathematik wurde dem Kind bereits beim Sinnesmaterial nahegebracht. Das Mathematikmaterial baut nun darauf auf, indem es ein erstes Verständnis für Zahlen und Mengen vermittelt. Dabei sieht das Kind nicht nur die Zahlen, sondern ertastet sie durch selbständiges Hantieren zum Beispiel mit dem goldenen Perlenmaterial. Dadurch erwirbt das Kind eine konkrete Vorstellung von den Mengen und macht erste Erfahrungen in der Aufteilung der Zahlen in die Kategorien der Einer, Zehner, Hunderter und Tausender.

 

Der Bereich der „kosmischen Erziehung“, geläufiger  als Naturkunde bekannt, vermittelt erste Eindrücke von Zeit und Raum. Ebenso werden Erfahrungen des Zusammenspiels der Natur (Mensch, Tier und Pflanzen) gesammelt. Das Kind erfährt auf diese Weise, dass es selbst nicht der Mittelpunkt der Erde ist, sondern alles in einem großen Gefüge zusammenspielt. Diese Erfahrungen sind wichtig für ein gutes Sozialverhalten.

Die Kinder werden so spielerisch optimal auf das Leben und die Schule vorbereitet.